In unserer Einrichtung gibt es derzeit drei Profile, die unsere Arbeit mit den Kindern in vielen Bereichen durchdringen.
1) Der Kindergartenalltag ist von religionspädagogischer Arbeit durchdrungen. Jede MitarbeiterIn lebt und vermittelt sowohl ihren christlichen Glauben als auch die damit in Verbindung stehenden christlichen Werte in ihrer individuellen Art. Damit möchten wir gleichzeitig Wissen und Werte vermitteln und Glauben erlebbar machen. Dies macht sich in den täglichen Ritualen ebenso wie in den Projekten, Festen und dem sozialen Miteinander bemerkbar.
Der Pfarrer der evangelischen Kirche und der Pastor der Ev.-Freikirchl. Gemeinde in Brandis unterstützen uns in diesem Bereich, indem sie wöchentlich unseren Morgenkreis mit einer biblischen Geschichte mitgestalten. Auch die kirchlichen Feste werden bei uns besonders gefeiert.
2) Gleichzeitig bieten wir im Rahmen unseres musikalischen Profils unterschiedliche Angebote an. Für die Vorschulkinder gibt es ein verbindliches Klangprojekt mit Liedern, Klanggeschichten, Rhythmischen Übungen, dem Ausprobieren unterschiedlicher Instrumente und vielem mehr. Vergleichbare Angebote, die von den Eltern und Kindern wählbar sind, gibt es auch für die 3- und 5-Jährigen in der musikalischen Früherziehung im Nachmittags-bereich. Das musikalische Profil spiegelt sich ebenfalls in musikalischen Elementen der kontinuierlichen Gruppenarbeit und in dem täglichen Morgenkreis wider. Durch einstudierte Programme zu den Festen oder Veranstaltungen z.B. in der Kirche kann auch die Öffentlichkeit einen Eindruck über die Umsetzung dieses Profils bekommen.
3) Zunehmender Bewegungsmangel bei Kindern in unserer Gesellschaft stellt die Grundlage für unseren bisherigen Bewegungsschwerpunkt dar. Um diesem zunehmenden Problem zu begegnen, geben wir der Bewegung in unserer Einrichtung besondere Bedeutung. Gleichzeitig nehmen wir jedoch auch einen Mangel an Naturerfahrungen und entsprechendem Wissen in den Familien wahr. Dazu kommt ein neuer Auftrag für uns als Bildungs-einrichtung auch im Bereich der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), den wir gern aufnehmen.
Das alles vereinbaren wir nun in unserem neuen naturpädagogischen Profil. Kindern mit besonderem Förderbedarf eröffnet der Aufenthalt außerhalb der räumlich eingeengten und reizerfüllten Lebenswelt des Kindergartengeländes neue Möglichkeiten. Sie entdecken, in der freien Natur entschleunigt, ihre Fähigkeiten und Stärken, können diese nutzen, werden von der Gruppe anders wahrgenommen und schneller und leichter integriert.
Der Tagesablauf ist geprägt von erlebnispädagogischen Prozessen und Freiraum, Spiel, Pflege und Gestaltung der Natur. Abläufe des Essens, Schlafens oder Ruhens orientieren sich situativ an den äußeren Bedingungen.
Der „freie“ und belebte natürliche Raum, der sich den Kindern bietet, macht Spielzeuge überflüssig. Die Kinder vertiefen sich in ihr eigenes kreatives Spiel, welches sich aus ihrer Umgebung ergibt, ohne Zeitdruck oder Ablenkung durch materielle Überfülle. Die Abfolge der Tätigkeiten entspringt hier einer natürlichen Logik, die sich aus dem jeweiligen Prozess ergibt. Wir haben in unseren zusätzlichen Naturgrundstücken einen Außenbereich geschaffen, der die Motorik durch eine natürliche und abwechslungsreiche Umgebung sowie viel Platz für Bewegung fördert. In einer schnelllebigen und naturentfremdeten Zeit werden die Achtung, Wertschätzung und das Staunen vor der Natur und ihrem Schöpfer immer wichtiger. Diese entwickeln sich nur durch einen vertrauten, immer wiederkehrenden und selbsterfahrenden Umgang mit und in der Natur. Mit unserem naturpädagogischen Profil fördern wir diese Entwicklung. Groß und Klein erleben die Pflanzen, Tiere und sich selbst in ihrem Lebensraum und im jährlichen Naturkreislauf.
